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Neurodermitis in Ausnahmesituationen – Der Neuro in der Schwangerschaft

Neurodermitis in Ausnahmesituationen – Der Neuro in der Schwangerschaft

Als ich schwanger wurde, bemerkte ich so einige Veränderungen: zu Beginn war mir ständig übel (außer im 1. Monat; da weiß man auch noch nichts von seinem Glück). Ich musste stündlich (ja, ich habe mich nicht verschrieben- ich meine STÜNDLICH) essen; und zwar nicht nur einen Keks, sondern tatsächlich etwas „Richtiges“ wie z.B. einen Brezel, ein Baguette oder eine gute Stulle. Das dann nicht in großer Menge, aber eben meistens etwas von solchen eher „festen“ Nahrungsmitteln.

Dann bemerkte ich, dass ich keine Probleme mehr hatte, längere Zeit auf meinem Sofa zu lümmeln. Normalerweise halte ich es nämlich höchstens ein paar Stunden darauf aus, bevor meine Augen zu jucken beginnen oder ich niesen muss. Auch litt ich nicht an meiner typischen Pollenallergie und hatte keinerlei Probleme zu atmen.

Ich genoss einfach.

Optimistisch, durch diese tollen Veränderungen, versuchte ich also auch nahrungsmäßig etwas: ich probierte Orangensaft! Und ich biss in einen Apfel! Und ich aß Schokolade!! Und ich aß Kürbiskernbrötchen, Sonnenblumenkernbrötchen! Wow! Nach Jahren von Karenz dieser Nahrungsmittel konnte ich diese endlich genießen und es gab keine allergische Reaktion! Unglaublich, aber wahr. Ich wurde natürlich nicht zu übermütig und hielt immer einen gewissen Zeitabstand von meist einigen Tagen ein, bevor ich wieder die genannten Nahrungsmittel zu mir nahm, und genoss es so so sehr! Endlich wieder einen frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück trinken, endlich wieder in einen knackigen, saftigen Apfel beißen, endlich wieder den Geschmack von gerösteten Kernen im Mund haben, und Schokolade erst…unbeschreiblich!

Es war so ein Freiheitsgefühl, Losgelöstsein, Unbeschwertheit. Ich ging ins Restaurant und bestellte einfach, besuchte Freunde und fragte nicht nach den 10000 Zutaten…ich genoss einfach.

Und jetzt? Nach der Schwangerschaft?

Ich muss sagen, dass ich dachte, geheilt zu sein. Nenn mich naiv, aber ich glaube, jeder Mensch mit Neurodermitis und diversen Allergien träumt davon, endlich davon befreit zu sein. Also ging ich einfach mal vom Besten aus…und wurde eines Besseren belehrt: Nach meiner einzigen Sorte Ben&Jerry´s , die weder Citronensäure noch Spuren von Schalenfrüchten beinhaltet, die ich MIT den Schokostückchen gegessen hatte, bekam ich die Quittung: einen Ausschlag im gesamten Gesicht.

Das „Zuviel ausprobiert“ kam geballt zum Vorschein.

Tausend kleine Pusteln zierten meine sonst so Pickel- und Pustelfreie Gesichtshaut. Meine Haut fühlte sich nicht mehr eben, sondern wie eine Avocadohaut an. Es war schrecklich! Gut, dass ich in Elternzeit nicht auswärts sein musste und so wartete ich die Genesung ab, die nach etwa zwei Wochen eintrat. Sowas Blödes! Nun war ich so lange ohne Ekzem, ohne Ausschlag ausgekommen und nun kam das „Zuviel ausprobiert“ geballt zum Vorschein.

Ausprobieren.

In den Wochen und Monaten darauf habe ich meine Haut weiter beobachtet und habe doch so einiges ausprobiert, ohne sofort eine Avocadohaut zu bekommen und kann sagen, dass ich einiges doch abkann. Zum Beispiel probierte ich den Knoppers Riegel und…WOW! Ist der eine Wucht!! Seitdem genehmige ich mir ungefähr einmal pro Woche ein solches Geschmackserlebnis und bis jetzt macht mein Körper und der Neuro das auch gut mit. Zum Glück 🙂

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Lena

-und der Neuro

( Photo by Joey Thompson on Unsplash)

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